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RISIKOMANAGEMENT

Transparenz und Kommunikation
Ein Grundsatz

Leider gibt es keine 100-prozentige Sicherheit vor Haftungsrisiken. Betrachtet man jedoch publizitätsträchtige Unternehmen, welche stetig im Fokus der Öffentlichkeit stehen oder nimmt die Gesetze rund um börsennotierte Unternehmen als Beispiel, so werden sofort die maßgeblichsten Grundsätze - "Transparenz und Kommunikation" – deutlich, mit dem sich Risiken zumindest auf ein Minimum reduzieren lassen. Transparenz und Kommunikation sind eng miteinander verbunden. Die größte Transparenz macht ohne Kommunikation keinen Sinn und muss an die jeweiligen Adressaten (Kreditinstitute und Gesellschafter) kommuniziert werden.

Ertrags- und Finanzplanung
Zur Schaffung von Transparenz eignet sich eine integrierte Ertrags- und Finanzplanung. Dieses Steuerungsinstrumentarium ist eine wesentliche Grundlage zur Errichtung eines verwendbaren Kennzahlensystems. Mit Blick auf mögliche Haftungsrisiken ist gegebenenfalls auch die Erstellung eines Überschuldungsstatus erforderlich. Dabei werden die Vermögensverhältnisse nach den tatsächlichen Verhältnissen abgebildet und die handels- und steuerrechtlichen Bewertungsvorschriften teilweise neutralisiert.

Eine Ertragsvorausschau, verfügbare Mittel für den Investitionsbedarf, die Aufrechterhaltung der Kapitaldienstfähigkeit oder die Liquiditätsentwicklung sind nur einige der finanzwirtschaftlichen Fragestellungen, welche mit einer Planung beantwortet werden können. Um Haftungsrisiken so weit wie möglich zu vermeiden, ist eine entsprechende Planung für einen angemessenen Prognosezeitraum notwendig. In einer aussagekräftigen Planung wird neben der Ertrags- und Liquiditätssituation auch eine Planbilanz erstellt, die die geplante Vermögensstruktur widerspiegelt und somit erste Informationen über eine mögliche künftige Überschuldungssituation liefert, da diese Planbilanz die Plangewinne oder Planverluste mit berücksichtigt. Eine fundiert erstellte Planung erzeugt im Ergebnis nicht nur Transparenz, sondern unterstützt die Unternehmensführung  proaktiv bei der Unternehmenssteuerung durch die Festlegung der Budgets auf Grundlage der allein durch das Unternehmen selbst festgelegten Zielsetzungen.

Als Grundlage für eine integrierte Unternehmensplanung dienen verschiedenste EDV-Lösungen, welche eine Vielzahl an Funktionen abbilden, mit denen die notwendigen Kennzahlen ermittelt und dargestellt werden. Trotz der modernen Auswertungsmöglichkeiten muss jedoch berücksichtigt werden, dass jene Werkzeuge auch nur auf die verfügbare Datengrundlage zugreifen können. Diese Daten werden letztlich sehr häufig von einzelnen Personen erfasst und können somit mängelbehaftet sein.

Damit ist auch im Rahmen modernster Analysetechniken die Qualität der laufenden Finanzbuchführung und die Richtigkeit der sonstigen erfassten Daten die Grundlage aller weiteren Schritte und damit auch die Grundlage der getroffenen Entscheidungen. Der Datenumfang reduziert sich jedoch nicht auf die reinen Rechnungswesendaten, sondern beinhaltet ebenso Daten aus Warenwirtschaftssystemen, ERP-Systemen, der Auftragskalkulation oder Daten aus Betriebsdatenerfassungssystemen.

Mithilfe einer integrierten Unternehmensplanung lässt sich zum Beispiel beantworten, was passiert

  • wenn der Umsatz um 30% zurückgeht?
  • mit dem Stundensatz, wenn die Produktionsleistung um 20% sinkt?
  • bei Kurzarbeit. Was kostet mich hier ein Tag?
  • bei rückläufigem Umsatz mit meinem Produktpreis?
  • bei veränderten Umsatzzahlen. Kann der Kapitaldienst dann noch gedeckt werden?

Kennzahlensystem
Werden Maßnahmen sowie Entscheidungen quantifiziert und anhand von Kennzahlen dargestellt (Wareneinsatzquote, Stundensatz, Lohnkostenquote, Umsatzrendite), ergibt sich zwingend ein Kennzahlensystem, das im Rahmen von Soll-Ist-Vergleichen verifiziert wird und einen wesentlichen Schritt zur Vermeidung von Haftungsrisiken darstellt.

Meist entwickelt sich das Tagesgeschäft abweichend von den geplanten Zielen. Durch periodische Soll-Ist-Vergleiche wird die Planung regelmäßig überprüft. Die Abweichungen werden analysiert und auf ihre Auswirkungen hin auf die Unternehmenskennzahlen überprüft. Weiterhin ergibt sich eine quantitative Entscheidungsgrundlage auf Basis derer Maßnahmen abgeleitet werden können. Diese Maßnahmen können führen zu einer fundierten wertmäßigen Einschätzung der künftigen Unternehmenssituation.

Neben internen Ursachen für Abweichungen von Istwerten von Planzahlen unterliegen Unternehmen einer Reihe externer Einflüsse durch Marktgegebenheiten. Es existieren weitere Risiken, welche in einer Planung teilweise, aber auf jeden Fall in einem periodischen Soll-Ist-Vergleich erfasst und bewertet werden. Somit kann man die Risiken hinsichtlich ihrer Bedeutung und wertmäßigen Auswirkung quantifizieren.

Unternehmenssteuerung
Eine fundiert erstellte Unternehmensplanung schafft nicht nur Transparenz, sondern unterstützt die Unternehmensführung maßgeblich bei der Unternehmenssteuerung. Denn durch die Festlegung der Planungsprämissen im Zusammenhang mit den Zielsetzungen, erhält die Geschäftsführung eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.

Nun stellt sich die Frage, wie die Entscheidungen zu treffen sind beziehungsweise welche grundsätzliche finanzwirtschaftliche Strategie „zu fahren ist“. Vor allem durch die Folgen der Finanzmarktkrise ist inzwischen unstreitig die Liquidität in den unmittelbaren Fokus gerückt.

Die primäre Stellung nimmt daher die Liquidität vor der Ertragsentwicklung ein. Gleichzeitig ist die Fortbestehensprognose des Geschäftsbetriebes zu beurteilen und die Kapitalstruktur zu überwachen. Mit einer Ertrags- und integrierten Finanzplanung werden diese Kriterien geplant und mittels periodischer Soll-Ist-Vergleiche (Reporting/Monitoring) verifiziert.

Regelkreis
Unter Einhaltung des Grundsatzes "Transparenz und Kommunikation" entwickelt sich ein Regelkreis, der maßgeblich dazu beiträgt, Risiken zu minimieren: Auf Basis der Unernehmensplanung erfolgt die Umsetzung der Planungsprämissen. Diese werden in regelmäßigen Soll-Ist-Vergleichen überprüft. Aus den gewonnen Informationen werden Maßnahmen abgeleitet, und dementsprechend Entscheidungen getroffen, die wiederum zu veränderten Unternehmensdaten führen.

Mit den bisherigen Ausführungen ist die Grundlage für ein funktionierendes Risikomanagement geschaffen. Planung und periodische Soll-Ist-Vergleiche stellen die Basis für angemessene Entscheidungen und einzuleitende Maßnahmen dar. Risiken werden quantifiziert und beurteilt.
Praxisnahe Fragestellungen können flexibel und dynamisch dargestellt werden und so lässt sich ein „Entscheidungskorridor“ entwickeln, in dem sich der Unternehmer bewegen kann.

Durch den Einsatz der genannten Werkzeuge verfügt der Unternehmer über ein wirksames Instrumentarium, um Risiken abzufangen beziehungsweise Fehlentwicklungen zu stoppen.

19. Juli 2010


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