KALKULATIONS-CHECK
Auf der Suche nach dem Stundensatz
Es ist ein heikles und zugleich wichtiges Thema: Die Kalkulation von und mit Stundensätzen. Im Folgenden einige Tipps, wie Sie vorgehen können, damit Sie den richtigen Stundensatz ermitteln und am Ende nicht draufzahlen!
Planung der Kostenträger
Zuerst muss die geplante Gesamtleistung in ihrer Zusammensetzung feststehen. Es ist hier einzeln zu betrachten, welche Produkte, Produktarten oder Dienstleistungen im nächsten Jahr angeboten und verkauft werden. Sie planen also, auf welche Kostenträger Sie Ihre Kosten verteilen müssen.
Kosten unterscheiden
Dabei müssen Sie die Kosten unterscheiden, welche direkt mit der abgegebenen Menge im Zusammenhang stehen (=variable Kosten) und solchen Aufwendungen, die unabhängig von den abgegebenen Leistungen (=fixe Kosten) sind. Selbstverständlich ergeben sich hier immer Grauzonen, da manche Kosten zwar Fixkosten sind, sich aber mit einem signifikanten Anstieg der Menge dennoch verändern. Das größte Volumen an Kosten ist jedoch unterscheidbar und kann auf diese Art – im Rahmen einer notwendigen Planung – untergliedert werden.
Material und Leistung
Die markantesten variablen Kosten sind zumeist das Material und das direkt mit der Leistung im Zusammenhang stehende Entgelt. Dies gilt unabhängig von der Art der Dienstleistung oder dem hergestellten Produkt.
Variable Anteile
Der Umfang der variablen Lohnkosten ist weder auf den Stundenlohn begrenzt, welcher ausbezahlt wird, noch ist es der Stundensatz, der häufig inklusive der Gemeinkosten als Vergleich mit anderen Unternehmen herangezogen wird, zum Beispiel 45 EUR bis 50 EUR für eine Handwerkerleistung.
Der variable Stundenlohn einer produktiv abzurechnenden Kraft ergibt sich aus nachfolgenden Positionen:
Stundenlohn
+ Sozialversicherungsanteile Arbeitgeber
+ Berufsgenossenschaft oder ähnliches
+ Umlagen U1/U2
= Stundensatz I
Hieraus muss noch ein Zuschlag von circa 20% als Arbeitgeberkosten berücksichtigt werden. Viele Kalkulationsmodule beenden bereits hier die Betrachtung der variablen Anteile. Doch jetzt kommen noch bezahlte Fehlzeiten hinzu, die zwingend entstehen. Hierbei handelt es sich nicht um Fixkosten, sondern um variable Aufwendungen, da diese mit dem Arbeitnehmer und der Kapazität schwanken. Beispielsweise umfassen diese:
- Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld 5-10%
- Verteilzeiten, zum Beispiel bezahlte Pausen, unproduktive Zeiten 6%
- Lohnausschuss, somit Korrektur der eigenen Leistung 2%
Weiterhin müssen bezahlte Fehlzeiten in Form von Urlaub, bezahlten Feiertagen, Fortbildungen, bezahlten Krankheitszeiten, et cetera hinzu gezählt werden. In diesen Phasen erhalten Sie keine Leistung, haben jedoch das Entgelt zu entrichten.
Stand: 1. März 2009
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