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Existenzgründung


"Einer der häufigsten Fehler ist ein nicht durchdachter Business-Plan"

Die deutsche Ausgleichsbank hat ermittelt, dass zwei Drittel aller Neugründungen mit ernsten Problemen zu kämpfen haben. Nach fünf Jahren Selbständigkeit hat nur knapp die Hälfte aller Neugründungen überlebt.

Dabei lassen sich viele Probleme schon im Vorfeld der Gründung erkennen und beheben. So erscheint es auf den ersten Blick einfach einer neu gegründeten Firma einen Namen zu geben, doch ist es bei 25 Millionen Markennamen weltweit schnell passiert, dass man mit dem Namen der neuen Firma bestehende Rechte verletzt.

Die falsche Namensgebung fürs neue Unternehmen ist ein typischer Anfängerfehler von Gründern, der durch Vorarbeit hätte vermieden werden können. Aber nicht der einzige: Oft unterschätzen die Existenzgründer Wettbewerb und finanzielle Belastungen. Vor allem die Einschätzung der Entwicklung erweist sich häufig als naiv, man plant für jedes Jahr steigende Umsätze ohne dies mit konkreten Mengen- und Preisänderungen untermauern zu können.

Existenzgründer sollten genau ausarbeiten, wie viel sie absetzen können und den Preis dann entsprechend kalkulieren. Als wichtiger Faktor gilt auch eine klare Analyse der Konkurrenzsituation vor der Gründung. Es empfiehlt sich vorab nach Ihrer Idee im Internet und auf Messen zu suchen und zu prüfen, ob es das Produkt nicht schon gibt.

In der Finanzierung der Neugründung liegt nach Erfahrungen von Beratern eine weitere typische Fehlerquelle. So unterschätzen viele Gründer den Bedarf an finanziellen Mittel und verdursten dann auf halber Strecke. Einen Puffer sollte der Jungunternehmer immer einplanen, außerdem sollte er überdenken Maschinen und Büroausstattung zunächst anzumieten oder gebraucht zu kaufen, um den Schuldenberg so niedrig wie möglich zu halten.

Sind die ersten Startschwierigkeiten überwunden und der Finanzbedarf gedeckt, taucht für Jung-Unternehmer häufig ein anderes Problem auf: Sie haben das immense Arbeitspensum unterschätzt. Nicht umsonst fragt das Wirtschaftsministerium in einer Checkliste für angehende Gründer: "Sind Sie bereit zumindest in den ersten Jahren 60 oder mehr Stunden pro Woche zu arbeiten?" Und: "Ist Ihre Familie dazu bereit Ihnen die notwendige Unterstützung zu geben?"

Eine weitere Hürde sind mangelnde betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag geht davon aus, dass ein Großteil der jungen Unternehmen wegen mangelhafter unternehmerischer Qualifikation scheitert. In seinem aktuellen Gründerreport schlägt der Verband Alarm, denn es zeigte sich, dass 63 Prozent der Teilnehmer wenig Ahnung von Preiskalkulation oder Kostenrechnung haben. Noch gravierender 41 Prozent der Existenzgründer waren nicht in der Lage ihre eigene Idee klar zu benennen. Doch was nutzt das beste Produkt, wenn der eigentliche Vorteil für den Kunden nicht kommuniziert wird, sondern nur technische Details übermittelt werden.

Experten empfehlen daher die Gründung in einem durchdachten Businessplan darzustellen und die Geschäftsidee darin klar herauszustellen. Mit dem Plan kann der Gründer aber nicht nur seine Idee überprüfen, sondern auch beweisen, dass er Markt, Kunden, Vertriebswege und Finanzierung beherrscht. Insbesondere sollte man sich darüber im Klaren sein, welcher Nutzen von den Kunden gefragt ist und welchen Nutzen sein Produkt bietet.

Wer als Gründer eine schnelle Pleite vermeiden will, sollte sich also schon im Vorfeld der Planung möglichst umfassend informieren und sich mit möglichen Problemen auseinandersetzten.

Stand: 17. Januar 2011


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