Wenn das Geniale gewöhnlich wird!
Wir alle können viel mehr als wir glauben!
Als Gott die Welt schuf, teilte er die Menschen in zwei Kategorien ein: die Genialen und die Gewöhnlichen. Eine geniale Begabung hat ihren Segen durch den göttlichen Funken. So dachte man zumindest seither.
Doch jetzt wankt diese Theorie. Forscher haben nachgewiesen, dass bisher kein überzeugender Beweis dafür existiert, dass besondere Fähigkeiten angeboren sind. Und sie gehen noch weiter: Ausnahmetalente mit besonderen Erfolgen sind lediglich das Ergebnis von jahrelangem und hartem Üben. Wer wissen möchte, was in ihm steckt, muss nur intensiv seinen Neigungen folgen.
So beschreibt zum Beispiel der Starpianist Lang Lang den unerbittlichen Drill seines Vaters als Quelle seines Erfolges. Oder die Schachspielerin Susan Polgar, die bis Februar 2009 den Weltrekord im Simultanschach hielt, ist ein sehr deutliches Beispiel: Ihr Können ist das Ergebnis eines Entwicklungsexperiments ihres Vaters, der bewusst mit ihr jahrelang Schach übte, um zu sehen, wie weit man es mit täglichem Üben bringen kann. Tiger Woods verbrachte bereits im Alter von zwei Jahren die meiste Zeit seiner Kindheit auf dem Golfplatz. Auch sein Leben gehörte dem Golfen und er hat es ganz nach oben geschafft.
Die Reihe dieser sogenannten „Wunderkindern“, ließe sich noch beliebig erweitern. Dass sich hinter Talenten eine ernüchternde Übungsrealität verbirgt und die Genialen ganz gewöhnliche Menschen sind, belegt auch eine Studie, die an der Berliner Universität der Künste durchgeführt wurde. Musikstudenten wurden gebeten eine Woche lang ein Tagebuch über ihr Übungspensum zu führen. Und die Forscher sahen genau hin: All jene, die am härtesten und häufigsten übten, galten in den Augen ihrer Professoren als besonders begabt. Dabei waren sie nicht begabter als die andern, sondern haben lediglich mehr dafür getan, die Grenzen ihres Könnens auszureizen.
Wir alle können mehr als wir glauben. Wir müssen nur uns selbst die Möglichkeit geben, unsere Talente zu entdecken!
24. April 2009
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